schwangerschaftsberatung-header.jpg Foto: D. Ende / DRK e.V.
IKS zur Beratung und Hilfe bei häuslicher GewaltIKS zur Beratung und Hilfe bei häuslicher Gewalt

Interventions– und Koordinierungsstelle zur Beratung und Hilfe bei häuslicher Gewalt

Ansprechpartnerin:

Sophie Müller

Dr. Wilhelm-Külz Str. 1b
01796 Pirna

E-Mail: iks@drkpirna.de

Telefon: 03501 5764988

Erreichbarkeit

Montag - 08:00 bis 15:00 Uhr
Dienstag - 10:00 bis 17:00 Uhr
Mittwoch - 08:00 bis 15:00 Uhr
Donnerstag - 12:00 bis 19:00 Uhr
Freitag - 08:00 bis 12:00 Uhr

Unsere Arbeit

Für viele Menschen ist es eine große Hürde, sich anderen Personen anzuvertrauen und Unterstützungsangebote aufzusuchen.    
Gerade der erste Schritt ist häufig eine besondere Herausforderung. Der Anspruch unserer Arbeit besteht deshalb darin, Ihnen für diesen Schritt Anerkennung und Wertschätzung entgegenzubringen und einen  geschützten Raum für Ihre Anliegen zu bieten.
Die Themen und das Tempo des Beratungsprozesses bestimmen Sie.  Wir machen unser Vorgehen stets transparent und stimmen uns jederzeit mit Ihnen ab, um Sie bestmöglich unterstützen können.

Häusliche Gewalt

...kann verschiedene Formen annehmen, zum Beispiel:

  • Ignorieren von Bedürfnissen und  Befindlichkeiten
  • Demütigung, Einschüchterung, Beleidigung, Stalking
  • Verbot, Freunde und Familie zu treffen
  • Verbot, eigenes Geld zu verdienen
  • Schlagen, Treten, Schubsen, Zerstören von Gegenständen
  • Unerwünschte Berührungen, sexuelle Belästigung, Vergewaltigung

...betrifft Personen jedes Geschlechts und Alters sowie jeder sozialen Zugehörigkeit.                                    

Häusliche Gewalt kann sich somit gegen Frauen, Männer und Kinder sowie pflegebedürftige oder queere Personen richten.

… ist nie Schuld der betroffenen Person.

...ist eine Menschenrechtsverletzung, die gegen unsere Verfassung verstößt.

Wir unterstützen Sie

...bei der Bewältigung aktueller Krisen und der Verarbeitung von Gewalterfahrungen.

...bei der Gestaltung von Lösungsstrategien und Lebensperspektiven.

…bei der Klärung rechtlicher, sozialer und finanzieller Fragen.

...bei der Vermittlung und Begleitung zu Behörden, Anwälten, Ärzten, der Polizei sowie Angeboten des Frauen-/ Männer-/ Kinderschutzes.

...bei der Durchsetzung Ihrer Rechte.

Unser Angebot

...ist für alle offen, die von häuslicher Gewalt bedroht oder betroffen sind, unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft sowie politischer oder religiöser Einstellung.  

Auch Angehörige können sich an uns wenden.                                              

Bitte beachten Sie jedoch, dass wir keine Täter*innenberatung anbieten können.

...ist freiwillig und kostenlos.

 ...ist vertraulich. Alle Mitarbeitenden unterliegen der gesetzlichen Schweigepflicht, d. h. niemand erfährt, wer zu uns kommt und was besprochen wird.

Eröffnung der ersten eigenständigen Beratungsstelle für Opfer von häuslicher Gewalt in Pirna

Sächsisches Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung

Am 01.07.2021 hat in Pirna die erste eigenständige Interventions- und Koordinierungsstelle für Opfer von häuslicher Gewalt im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und damit die 9. Interventions- und Koordinierungsstelle im Freistaat Sachsen eröffnet. Das Sächsische Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung kann damit gemeinsam mit dem Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge die Situation von gewaltbetroffenen Personen und deren mitbetroffenen Kindern weiter verbessern. Dazu soll auch neben der proaktiven Beratung eine Zusammenarbeit mit der Aufnahmeeinrichtung des Freistaates Sachsen für gewaltbetroffene geflüchtete Frauen in Grillenburg beitragen. Zukünftiger Träger der Interventions- und Koordinierungsstelle wird das Deutsche Rote Kreuz e.V.

Gleichstellungsministerin Katja Meier: »Bereits vor Corona zeigte sich deutlich, dass unser Unterstützungs- und Hilfesystem in Sachsen ausgebaut werden muss. Menschen, die Gewalt in ihrem eigenen Zuhause erleben, brauchen schnelle und unkomplizierte Hilfe. Es ist unser Ziel, dass jede Person, der häusliche Gewalt widerfährt, unabhängig von ihrem Wohnort schnell Beratung erhält und Auswege aufgezeigt bekommt. Ich freue mich sehr, dass in Zusammenarbeit mit dem Landkreis nun auch in der Region Sächsische Schweiz-Osterzgebirge eine eigenständige Anlaufstelle für gewaltbetroffene Personen und deren Kinder geschaffen wird.«

Landrat Michael Geisler: »Durch die Etablierung einer eigenständigen Interventions- und Koordinierungsstelle in unserem Landkreis gelingt es noch intensiver und gezielter auf die Belange der Betroffenen von häuslicher Gewalt einzugehen und sie mit Hilfe des regionalen Netzwerks gut zu unterstützen. Ich bedanke mich bei dem Sozialdienst katholischer Frauen e. V. für die in der bisherigen Außenstelle geleistete Arbeit im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und wünsche dem neuen Träger, dem Deutschen Roten Kreuz Kreisverband Pirna e. V., viel Erfolg!«

Im Jahr 2020 registrierte die sächsische Polizei 9.235 Fälle häuslicher Gewalt in Sachsen, wobei die Zahl im Vergleich zu den vergangenen Jahren erneut leicht stieg. Laut Koalitionsvertrag 2019 – 2024 ist es Ziel der sächsischen Landesregierung, in jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt eine eigenständige Interventions- und Koordinierungsstelle zu etablieren. Mit dem Haushaltsbeschluss für die Jahre 2021/2022 wurde deutlich mehr Geld für die sichere Unterbringung und Beratung von Betroffenen, aber auch für die Beratung von gewaltausübenden Personen zur Verfügung gestellt.

Quelle: https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/254001